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Schnittkunde

Friseurhandwerk
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Was der Meisterbrief im Friseurhandwerk bedeutet

Der Titel steht auf vielen Schildern. Was dahintersteckt, ist eine Prüfung in vier Teilen und ein Eintrag in einem Register, das jeder abfragen kann.

Stand: 23. August 2026 Malin Kerbach, RedaktionDer Meistertitel

Zwei Friseurscheren und ein Kamm liegen geordnet auf einem Lederetui, im Streiflicht fotografiert

Der Meisterbrief ist im Friseurhandwerk kein Ehrentitel, sondern der Nachweis, der die selbstständige Betriebsführung eröffnet. Das Friseurhandwerk steht in Anlage A der Handwerksordnung, dem Verzeichnis der zulassungspflichtigen Gewerbe.

Die vier Teile

Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen, und sie prüfen sehr verschiedene Dinge:

TeilInhalt
IFachliche Praxis, geprüft am Kopf
IIFachtheorie, von der Chemie der Farbe bis zur Kalkulation
IIIBetriebswirtschaft und Recht
IVBerufs- und Arbeitspädagogik

Die Teile III und IV sind gewerkeübergreifend: Wer sie bestanden hat, bringt sie in jedes weitere Handwerk mit. Teil IV ist der Grund, warum Meisterbetriebe ausbilden dürfen.

Was daran für Kundinnen und Kunden relevant ist

Ehrlicherweise: nicht die Prüfung selbst, sondern zwei Nebenwirkungen.

Die erste ist die betriebswirtschaftliche Ausbildung. Ein Betrieb, der kalkulieren kann, muss weniger über den Preis argumentieren und kann Zeit für Beratung einplanen, statt sie einzusparen.

Die zweite ist die Ausbildungsberechtigung. Ein Ausbildungsbetrieb hat Nachwuchs am Haus, was Arbeitsabläufe und Preisstruktur beeinflusst.

Was der Titel nicht garantiert, ist das Ergebnis eines einzelnen Termins. Am Stuhl steht nicht immer die Person mit dem Brief, und das ist auch nicht vorgeschrieben: Die Meisterpflicht betrifft die Betriebsleitung.

Die Wege ohne Meisterbrief

Die Handwerksordnung kennt Ausnahmen. Die praktisch wichtigsten sind die Ausübungsberechtigung für Gesellinnen und Gesellen mit mehrjähriger Berufserfahrung, davon ein Teil in leitender Stellung, die Ausnahmebewilligung in Härtefällen und die Anerkennung vergleichbarer Abschlüsse aus dem EU-Ausland.

Ein Betrieb ohne Meisterin an der Spitze ist deshalb weder ungesetzlich noch handwerklich schwächer. Er ist auf einem anderen Weg in die Handwerksrolle gekommen.

Wo sich das prüfen lässt

Nicht auf einer Website und nicht am Schild. Die Handwerksrolle wird von der zuständigen Handwerkskammer geführt; für Köln ist das die Handwerkskammer zu Köln. Wer wissen will, ob ein Betrieb eingetragen ist, fragt dort.

Diese Seite führt keine Liste und nennt keine Betriebe. Eine Liste ohne eigene Prüfung wäre eine Behauptung, und das ist genau das, was hier nicht passieren soll.

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