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Haar und Pflege
Was das Haar selbst mitbringt, welche Begriffe im Salon dafür benutzt werden und was daraus für die Pflege folgt.
Der Aufbau
Ein Haar ist eine tote Faser aus Keratin, in drei Schichten aufgebaut. Außen liegt die Schuppenschicht, die Cuticula: übereinanderliegende Zellplatten, die wie Dachziegel arbeiten. Darunter liegt der Faserstamm, der Cortex, in dem das Pigment sitzt und der die Festigkeit trägt. Im Inneren kann ein Mark liegen, der Medulla, vor allem bei kräftigem Haar.
Fast alles, was im Salon chemisch passiert, arbeitet über die Schuppenschicht: Sie muss geöffnet werden, damit ein Mittel in den Cortex gelangt, und sie sollte danach wieder anliegen.
Die drei Begriffe, die zählen
- Porosität. Wie leicht die Faser Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Stark poröses Haar zieht Farbe schnell an und verliert sie schnell wieder; es fühlt sich trocken an und wirkt stumpf.
- Dichte. Wie viele Haare auf der Kopfhaut stehen. Sie entscheidet über Materialverbrauch und Arbeitszeit, nicht über die Stärke des einzelnen Haares.
- Haardicke. Der Durchmesser der einzelnen Faser. Feines Haar ist nicht dasselbe wie dünnes Haar: Man kann viel feines Haar haben.
Dichte und Dicke werden im Alltag ständig verwechselt, und die Verwechslung erklärt, warum zwei Menschen mit scheinbar demselben Haar unterschiedliche Empfehlungen bekommen.
Was nach einer chemischen Behandlung passiert
Nach jedem Färben, Aufhellen oder Umformen ist die Faser offener als vorher. Sie nimmt Wasser schneller auf, verliert es schneller und ist mechanisch empfindlicher, solange sie feucht ist.
Was danach hilft, ist weniger eine Frage der Marke als eine Frage der Reihenfolge:
- Den pH-Wert wieder senken. Dafür sind die sauren Nachbehandlungen im Salon da; sie legen die Schuppenschicht wieder an.
- Feuchtigkeit einbringen. Erst wenn die Faser aufnahmefähig und geschlossen ist, bleibt etwas darin.
- Versiegeln. Öle und Silikone legen sich außen an. Vor Schritt eins aufgetragen halten sie das ab, was hineinsollte.
Wer die Reihenfolge dreht, spült das meiste wieder heraus.
Was Pflege nicht kann
Pflege repariert kein Haar. Die Faser ist tot; sie heilt nicht. Was gute Pflege leistet, ist die Oberfläche zu glätten, Feuchtigkeit zu halten und weiteren mechanischen Schaden zu verlangsamen. Alles darüber hinaus ist Werbesprache.
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